MICROFLUIDICS AUSTRIA ist eine von der TU Wien ins Leben gerufene Initiative, die organisatorisch vom Verein BioNanoNet koordiniert und durch das direkte Einbinden von Vertretern von Universitäten, Forschungszentren und Firmen sowie Behörden strategisch ausgerichtet und begleitet wird. Die Initiative möchte die in Österreich existierenden Expertisen bündeln, um der österreichischen Forschungslandschaft eine Plattform für einen direkten technologischen Austausch, rasche Umsetzung von Projekten und Aus- bzw. Weiterbildungsmöglichkeiten zu bieten.
 
Die Vision der Initiative MICROFLUIDICS AUSTRIA ist es, die Kompetenzen der österreichischen Mikrofluidik-Landschaft in den Bereichen Fertigungstechnik, Systemsteuerung, Sensorik und Materialchemie synergetisch zusammenzuführen, dadurch kritische Masse an Proponenten aufzubauen, gemeinsame Projekte (K-Projekte, CD-Labor, etc.) zu initiieren, zu entwickeln und umzusetzen. Ein wichtiger Aspekt der Initiative ist es, MICROFLUIDICS AUSTRIA als Dachmarke national und international sichtbar zu machen. Der thematische Fokus sowie strategische Ausrichtung der Initiative ist vor allem auf die Applikation von mikrofluidischen Biochips in der Biomedizin, klinischen Chemie, Toxikologie, Verfahrenstechnik und Bioanalytik gerichtet.

Für die Erfüllung dieser Vision stehen vor allem die Menschen hinter den Technologien und Unternehmen im Mittelpunkt.

Ziele der Initiative
 
  1. Aufbau eines nationalen Netzwerkes, das allen Mitgliedern eine Plattform für den Austausch von Ideen, Technologien und Expertisen bietet.
  2. Die Etablierung von kurzen Kommunikationswegen zwischen verschiedenen mikrofluidischen Forschungsteams, Interessensgruppen und Anwendern mit Expertisen in Mikrofluidik, Sensorik und Biomedizin  sowie großtechnischen Herstellern von Biochips.
  3. Konkretisieren von Ausbildungszielen im Rahmen bestehender Studien sowie Organisation von Workshops, vor Ort Trainingseinheiten und Konferenzen.
  4. Weiterentwicklung vorhandener rapid prototyping Technologien und kostengünstigen Prozessen, die die Zeitspanne von erfolgreichen Ideen bis zum Markteintritt verkürzen.  
  5. Initiierung gemeinsamer Projekte, die mittelfristig in der Errichtung eines K-Zentrums gipfeln, um Technologieentwicklungen und Innovationen voranzutreiben.
Ziele IMA
Neben einer starken Medizintechnik Branche gibt es in Österreich eine Reihe von industriellen Herstellern von mikrofluidischen Systemen, sowie eine Vielzahl von potentiellen Anwendern zum Beispiel in der Biotechnologie, Diagnostik und Pharmazie. Mikrofluidische Systeme werden neben der Diagnostik vermehrt in der Qualitätskontrolle für bioanalytische Prozesse und für Zellanalysen eingesetzt und ersetzen nach und nach klassische in-vivo und in-vitro Testmethoden. Diese Technologie bietet besonders innovativen Firmen die Möglichkeit, sich am Biotechnologiemarkt mit neuen, disruptiven Produkten, die sich neben der Miniaturisierung und Automatisierung u.a. durch eine Reduktion der Kosten, erhöhter Flexibilität, und schnelleren Resultaten auszeichnen, zu behaupten.

In den letzten 10 Jahren hat sich in Österreich eine große Bandbreite an einzelnen Aktivitäten im Bereich Mikrofluidik entwickelt, die im Rahmen der Initiative zusammengeführt werden sollen. Die Bündelung von bestehenden Kompetenzen in den Bereichen Mikrofluidik, Sensorik, Medizin und Life Sciences soll vor allem die Hürden in der Translation einer Forschungsidee zu Prototypen für die Marktanwendung schneller und kostengünstiger gestalten. Ein wichtiges Anliegen von MICROFLUIDICS AUSTRIA ist es daher, eine Brücke von der industriellen Fertigung von mikrofluidischen Systemen über akademische Innovatoren an den technischen Universitäten und naturwissenschaftlichen Instituten hin zu möglichen Anwendern in der Biotechnologie, Medizintechnik und Medizin zu schlagen.

Die Vernetzung von (akademischen) Wissenschaftlern und Forschern, industriellen Entwicklern und Herstellern, und potentiellen Anwendern von mikrofluidischen Systemen sowie regulatorischen Behörden soll die nationale und internationale Sichtbarkeit des Themas maßgeblich verbessern und eine Vielzahl von Kooperationen, Forschungsprojekten, Kompetenzzentren und industriellen Entwicklungen bis hin zu Firmengründungen anstoßen.

Der fachliche Fokus von MICROFLUIDICS AUSTRIA konzentriert sich auf die Entwicklung und darauf folgende Anwendung der Mikrofluidik in den folgenden Bereichen:
 
  • Weiterentwicklungen molekularbiologische Routineanalytik für die klinische Diagnostik1
  • Entwicklung der nächsten Generation von Lebendzell-Chips für Qualitätskontrolle, Screening Tests und individualisierte Medizin2
  • Mikrofluidik Biochips für die Toxikologie, Umweltanalytik und Verfahrenstechnik3 
  • Miniaturisierte Point-of-Care (POC) Systeme im akutmedizinischen Bereich und Veterinärmedizin4 
  • Etablierung von Weiter- und Ausbildungsmöglichkeiten

[1] “On-A-Chip Applications for Disease Modeling, Drug Discovery and Personalized Medicine', Regenerative Medicine Technology (ISBN 9781498711913) by CRC Press in 2016
[2] “Recent advances and future applications of microfluidic live-cell microarrays” Biotech Advances 2015, 33(6), 948-961
[3] “Lab-on-a-Chip Technologies for Stem Cell Research” Trends Biotechnology, 2014, 32 (5) 245-253; “Automated, Miniaturized and Integrated Quality Control for Advanced Cell Therapy Applications” Front. Mater, 2015, 2:60; “Microfluidic Platforms for Advanced Risk Assessments of Nanomaterial Cytotoxicity” Nanotoxicology, 2014, 7, 1-15.
[4] “Recent Advances of Biologically Inspired 3D Microfluidic Hydrogel Cell Culture Systems” J Cell Biol Cell Metab, 2015, 2:1; “Microfluidic Systems for Pathogen Sensing: a Review”, Sensors, 2009, 9, 4804-4823

Zur Umsetzung einer Forschungsidee bis hin zur erfolgreichen kommerziellen Anwendung von miniaturisierten Analysesystemen in den Biowissenschaften ist eine Reihe von einschlägigen Expertisen in den Bereichen Materialwissenschaften, Fertigungstechnologien, Bioassay-Optimierung, Biochemie, Biotechnologie und Medizin, sowie Verständnis betreffend industrielle Standards und behördliche Regelungen erforderlich.
Dementsprechend werden folgende Erwartungen an die Initiative und Ziele definiert und damit verbundene Aktivitäten von MICROFLUIDICS AUSTRIA abgeleitet:
 
  1. Etablierung der Mikrofluidik als Querschnittstechnologie für innovative interdisziplinäre Forschungsansätze in der österreichischen Forschungslandschaft sowie Einflussnahme auf die nationale und europäische Forschungsagenda
  2. Aufbau und zur Verfügung stellen von Rapid Prototyping-Möglichkeiten, Produktion von Kleinstserien und small-scale-Produktion von Biochips sowie Massenproduktion unter industriellen GMP Bedingungen
  3. Entwicklung von mikrofluidischen Konzepten für die Biowissenschaften, die zur Reduktion von Tierversuchen, Präzisionsmedizin und Qualitätskontrolle von biopharmazeutischen Produkten führen.
  4. Etablierung von Weiter- und Ausbildungsmöglichkeiten im Rahmen bestehender Studien und vor Ort Trainingsprogrammen sowie Workshops und Konferenzen
 
Konkrete Maßnahmen/Aktivitäten zur Zielerreichung

Unterstützt durch die BioNanoNet werden konkrete Aktivitäten von MICROFLUIDICS AUSTRIA zur Zielerreichung initiiert, koordiniert sowie vorangetrieben.
 
  1. Laufende Identifizierung von österreichischen Forschungsaktivitäten im Bereich Mikrofluidik und Kategorisierung der unterschiedlichen Themenbereiche, um den Begriff Mikrofluidik bekannter machen (z.B. bei Medizinern, Fördergebern, Investoren) sowie eine Auflistung von Kernkompetenzen und Forschungszielen einzelner Forschungsgruppen (Projekte, Expertisen, Infrastruktur, etc.)
  2. Einbindung aller österreichischen Institutionen, Organisationen und Firmen, die ein aktives Interesse zum Thema Mikrofluidik haben, um den Ausbau der IMA zur Steigerung der kritischen Masse zu stärken, strategisches Lobbying voranzutreiben („mehr Gehör bei Förderstellen“), sowie Vertrauen neuer Netzwerkpartner zu gewinnen.
  3. Quervernetzung durch den Ausbau von Kooperationen mit bestehenden nationalen und internationalen Netzwerken z.B.: GÖCH, PACT, Tissue Engineering Cluster, etc. zur Stärkung von internationalen Beziehungen und Förderung von akademischem Austausch.
  4. Transferieren von potenziellen Kunden im Netzwerk sowie Erstellung von Konkurrenz-/Umfeldanalysen, Durchführung von „Marketing“, wie z.B. Präsentationen bei einschlägigen Konferenzen, Messen und Tagungen.
  5. Etablierung einer interuniversitären Ausbildung und Austausch (maßgeschneiderte Lehrgänge über international interessante Themen, z.B. Sommercamps) zum Abbau regionaler Barrieren.
  6. Durch Referenzprojekte Aufmerksamkeit erlangen
  7. Einbindung von regulatorischen Behörden und Umgang mit regulatorischen Maßnahmen bezüglich mikrofluidischer Applikationen in der Humanmedizin und pharmazeutischen Entwicklung
 
Folgende organisatorische Maßnahmen sind für die Aufbauphase geplant:
 
  • Kick-off Meeting der Kerngruppe im April 2017 und während dieses Arbeitstreffens die Ausarbeitung eines Entwicklungsplans für die Startphase (2017-2018), sowie Definition der konkreten Aktivitäten zur Umsetzung der strategischen Handlungen,
  • Festlegen interner Spielregeln für die Projektvorbereitung, Themenabstimmung, Positionierungsarbeit, etc.
  • Offizielle Vorstellung der Initiative innerhalb des BNN Netzwerk Jahresstreffen
  • Etablierung des Webauftritts über die BNN-Webseite, sowie Erstellung einer Identität (Logo)
  • Organisation eines jährlich stattfindenden Workshops, sowie Planung von wissenschaftlichen Beiträgen (z.B. Workshop, Symposium, Konferenz, etc.), sowie Trainings- bzw. Ausbildungsformate (Vorlesungen, Praktika, etc.),
  • Evaluierung bestehender komplementärer Initiativen im deutschsprachigen Raum, um Synergieeffekte sowie Einwirkung auf z.B.: DACH-Förderschienen zu erreichen
MICROFLUIDICS AUSTRIA ist eine österreichische Innovationsallianz, zu der ausgesuchte und betreffend Expertisen synergetisch passende nationale Experten entlang der gesamten Wertschöpfungskette eingeladen werden. Die internationale Vernetzung mit fachlich verwandten Initiativen ist als mittelfristiges Ziel zur Stärkung des Mehrwertes dieser Aktivität avisiert.
 
Proponenten IMA
 
Initiatoren bzw. Kerngruppe der Initiative:
Die Initiatoren und Berater der Initiative decken die verschiedenen Disziplinen und Fachbereiche ab, die für die Entwicklung, Anwendung und kommerzielle Umsetzung von mikrofluidischen Systemen auschlaggebend sind. Ein zentrales Anliegen der Kerngruppe der Initiative ist es, den Informationsaustausch zwischen forschungsorientierten Institutionen, industriellen Herstellern und Anwendern zu stärken, um  schneller auf Trends reagieren und neue Entwicklungen vorantragen zu können.

MICROFLUIDICS AUSTRIA ist eine Initiative, unterstützt von der BioNanoNet Forschungsgesellschaft mbH und in wissenschaftlichen Belangen nach außen vertreten durch den Sprecher der Initiative, Univ. Prof. Dipl.-Ing. Dr. Peter Ertl, sowie die stellvertretenden Sprecher.

Administrative bzw. koordinative Belange werden von der BioNanoNet Forschungsgesellschaft mbH durchgeführt, womit eine klare Strukturierung und transparente Aufgabenteilung erreicht wird, sowie ein erfolgreich etabliertes Mitgliedschaftssystem (www.bionanonet.at) eingesetzt wird. Die dadurch erzielten Synergieeffekte verschaffen der Initiative einen Startvorteil und werden sich positiv auf die nachhaltige Entwicklung von MICROFLUIDICS AUSTRIA auswirken. Der Internetauftritt von MICROFLUIDICS AUSTRIA wird über die bestehenden Strukturen der BioNanoNet Forschungsgesellschaft mbH organisiert und schafft so die notwendige Sichtbarkeit der Initiative, sowie Aktualität der Inhalte.

Die Positionierung von wissenschaftlichen Themen setzt das Vertrauen aller Mitwirkenden voraus, welches durch offene Kommunikation und das Akzeptieren von gegenseitigen Ideen erarbeitet werden wird. Es wird für die Initiative als selbstverständlich betrachtet, dass Ideen eines Partners nicht von einem anderen unerlaubt umgesetzt werden.

Die Aufnahme neuer Mitglieder in die Initiative erfolgt laut einem definierten Prozedere, das im „Code of Conduct“ festgeschrieben ist. Diese Spielregeln sehen außerdem vor, dass die Interessen aller Mitglieder zu schützen sind. Je nach Ebene einer Aktivität (Netzwerktreffen, Projektantrag, Ideenaustausch, etc.) können, neben den durch die Mitgliedschaft im Verein BioNanoNet geltenden Regeln, andere Vereinbarungen zwischen betroffenen Parteien getroffen werden (NDA, Gentlemen’s agreement, etc.).
Die untenstehende Grafik zeigt die organisatorische Positionierung der Initiative MICROFLUIDICS AUSTRIA. Alle Akteure sind Mitglieder des Vereins BioNanoNet.
 
Organisation IMA web

Sprecher & Sprecher Stellvertreter der Initiative Microfluidics Austria 

 

Peter Ertl sw

Dr. Peter Ertl
Sprecher

Phone: +43 (1) 58801 163605
peter.ertl@tuwien.ac.at

Guenter Lepperdinger sw

Dr. Günter Lepperdinger
Sprecher Stellvertreter

Phone: +43 (0) 662 8044 5739
guenter.lepperdinger@sbg.ac.at

Torsten Mayr

Dr. Torsten Mayr
Sprecher Stellverterer

Phone: +43 (316) 873 32504
torsten.mayr@tugraz.at

 

 

 

Andreas Portrait sw

Andreas Falk, MSc

Phone: +43 (0)699 155 266 01
andreas.falk@bionanonet.at

 

Nik Ladenhauf

Nikolaus Ladenhauf, MA

Phone: +43 (0) 699 155 266 04
nikolaus.ladenhauf@bionanonet.at      

 

 

 

                                                     

Contact Initiative Microfluidics Austria office: office@microfluidics-austria.at